Die neuraltherapeutische Segment- und Störfeldbehandlung ist ein regulatives Behandlungsverfahren, bei dem über gezielte Injektionen lokale und reflektorische Regelkreise des Nervensystems beeinflusst werden. Beschwerden werden dabei nicht ausschließlich am Ort des Symptoms betrachtet, sondern im Zusammenhang nervaler Verschaltungen, segmentaler Bezüge und möglicher anhaltender Reizimpulse verstanden. Die Anwendung erfolgt individuell abgestimmt auf Grundlage von Anamnese und Befunderhebung und ist in ein gesamtes therapeutisches Konzept eingebettet.
Im Rahmen der Segmenttherapie werden je nach Befund nicht nur intrakutane Injektionen, sondern auch Muskel und Bindegewebszonen behandelt, die über das vegetative Nervensystem mit bestimmten Wirbelsäulenabschnitten und anderen Funktionskreisen verbunden sind. Ziel ist es, segmentale Reizzustände zu modulieren, Spannungen zu reduzieren und regulative Prozesse zu unterstützen. Hinweise auf eine segmentale Beteiligung können ausstrahlende Schmerzverläufe, muskuläre Hartspannzonen oder funktionelle Beschwerden ohne klaren strukturellen Befund sein.
Als Störfelder werden Bereiche verstanden, die den Organismus dauerhaft irritieren können, auch wenn sie lokal nur geringe Beschwerden verursachen. Dazu zählen unter anderem Narbenareale oder chronisch gereizte Gewebeabschnitte. In der funktionell orientieren Neuraltherapie wird geprüft, ob solche Reizzonen mit aktuellen Beschwerden in Zusammenhang stehen. Ziel der Störfeldbehandlung ist die Unterbrechung anhaltender Reizimpulse und die Entlastung der Gesamtregulation.
Die Behandlung erfolgt in der Regel durch sehr oberflächliche, intrakutane Injektionen in ausgewählte Areale. Reaktionen können unmittelbar oder zeitlich verzögert auftreten. Dosierung und Umfang werden so gewählt, dass die Therapie gut verträglich bleibt und sich sinnvoll in den bestehenden Behandlungsplan einfügt. Dieser therapeutische Ansatz wird häufig ergänzend bei akuten oder chronischen Schmerzen, myofaszialen Beschwerden, stressassoziierten Schmerzmustern sowie vegetativen Dysbalancen eingesetzt.